Anwendungsbereich Haut & Schleimhäute

Schutzbarrieren Haut & Schleimhäute

Eine intakte Haut sowie voll funktionsfähige Schleimhäute, z.B. in der Nase, den Bronchien oder im Darm, sind eine wesentliche Voraussetzung für die Gesundheit. Denn unsere Schutzbarrieren Haut und Schleimhäute, unsere – im wahrsten Sinne des Wortes – natürlichen Grenzflächen verhindern, dass gefährliche Stoffe in den Körper eindringen können.

Hätten wir Haut und Schleimhäute nicht als intakte Schutzbarriere, wäre das Immunsystem dauerhaft, ohne Pausen gefordert und müsste ständig bis ans Limit seiner Leistungsfähigkeit arbeiten – oder darüber hinaus. Diese Überbeanspruchung spielt vor allem im Darm eine besondere Bedeutung (siehe Schutzebenen des Darms), da hier aufgrund der enormen Oberfläche über die tägliche Nahrungsaufnahme eine intensive Berührung mit Substanzen aus der Umwelt besteht.

Sind die Grenzflächen defekt, können„Reizstoffe“ ungehindert die Barriere passieren und im Körper zu Überreaktionen des Immunsystems führen. Die Folge können beispielsweise Allergien, Neurodermitis, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder auch eine erhöhte Infektanfälligkeit sein.

Wissenswertes über Haut und Schleimhäute

Die Haut mit einer Fläche von knapp 2m2 umgibt den Körper als äußerste, schützende Hülle. Sie bildet als ein eigenständiges, lebenswichtiges Organ die erste physikalische und aufgrund ihres leicht sauren pH-Werts auch „biochemische“ Schutzbarriere zwischen der Umwelt und unserem Körperinneren.

Die Schleimhäute (auch Mukosa genannt) überziehen mit einer enormen Oberfläche von über 600 m2 alle weiteren Grenzflächen zum Körperinneren. Hierzu gehören die Schleimhäute der Augen, Atemwege sowie des Urogenital- und Magen-Darmtraktes. Sie alle stehen über den Blutkreislauf in enger immunologischer Verbindung, um unseren Körper bestmöglich vor Gefahren zu schützen.

 

Schutzbarrieren haut und Schleimhäute - Das Netzwerk der verschiedenen Schleimhautsysteme des Körpers

Das Netzwerk der verschiedenen Schleimhautsysteme des Körpers

Der Darm stellt mit bis zu 400m2 die größte Schleimhautoberfläche dar, um u.a. Nahrungsbestandteile sorgfältig zu sortieren und möglichst viele der notwendigen Nährstoffe aufnehmen zu können.

So funktionieren unsere natürlichen Schutzbarrieren Haut und Schleimhäute

Unsere Schutzbarrieren Haut und Schleimhäute sollen das Eindringen von Krankheitserregern wie Bakterien und Viren sowie von Schadstoffen aus der Umwelt in das Körperinnere verhindern. Da diese Grenzflächen aber sehr fein und empfindlich sind, müssen sie gut gepflegt werden.

Unsere Haut und Schleimhäute verfügen über verschiedene Mechanismen, um den Körper vor äußeren Einflüssen zu schützen. Zum einen bilden natürliche, antimikrobielle und antivirale Substanzen eine sogenannte chemische Barriere. Solche antimikrobielle bzw. antivirale Substanzen können vom Körper selbst, aber auch von unseren nützlichen Bakterien gebildet werden. Darüber hinaus sind unsere Schleimhäute natürlicherweise von einer schützenden Schleimschicht überzogen. Diese Schleimschicht wird medizinisch auch als Mukus bezeichnet. Zusammen mit der Schleimhaut selbst bildet dieser Mukus eine sogenannte physikalische Barriere. Das heißt, unerwünschte Fremdstoffe können den Körper kaum erreichen, da sie den zähflüssigen, gelartigen Mukus nur schwer überwinden können. Zuletzt bilden die einzelnen Zellen, aus denen unsere Schleimhaut aufgebaut ist, eine sogenannte mechanische Barriere. Damit die einzelnen Zellen einen kompakten Zellverband bilden können, werden sie über spezielle Zellverbindungen zusammengehalten. Bei dieser Zellverbindung handelt es sich um Proteinkomplexe (Eiweiße), die die Zelle ähnlich wie ein Druckknopf miteinander verbinden. Diese Proteinkomplexe werden wissenschaftlich als Tight-junctions bezeichnet. Dadurch wird verhindert, dass Fremdstoffe zwischen zwei Schleimhautzellen hindurch in den Körper gelangen können.

Im Bereich der Schleimhäute ist die Darmschleimhaut für unsere Gesundheit besonders wichtig, weil sie aufgrund ihrer riesigen Oberfläche den meisten Kontakt zur Außenwelt und damit zu potentiell gefährlichen Substanzen hat. Außerdem ist sie Teil unseres größten Immunorgans – dem Darm.

Lücken in den Schutzbarrieren

Sind die oben beschriebenen Schutzbarrieren Haut und Schleimhäute nicht voll funktionsfähig, muss unser Immunsystem quasi als „Lückenbüßer“ einspringen. Das funktioniert in der Regel gut, allerdings nur solange dieser Zustand nicht ein bestimmtes Maß übersteigt bzw. nicht dauerhaft anhält. Dies gilt vor allem für unsere größte, im Darm befindliche Schutzbarriere. Stehen die Zellverbände der Darmschleimhaut durch schwache oder fehlende Tight-junctions nicht mehr so kompakt, ist ein erhöhter Einstrom von Allergenen und Krankheitserregern möglich. Diese Schwächung wird als Leaky gut Syndrom bezeichnet, also Syndrom des „löchrigen Darms“. Aufgrund der enormen Wichtigkeit des Darms, kann eine Schwächung der Schutzbarriere Darm auch negative Auswirkungen auf andere Schleimhäute haben, wie zum Beispiel der Atemwege und des Urogenitaltrakts. Sind die Schutzbarrieren Haut oder Schleimhaut beeinträchtigt, kann das in der Folge zu den genannten, einschränkenden Erkrankungen wie Allergien, Neurodermitis, Nahrungsmittelunverträglichkeiten oder auch zu einer erhöhter Infektanfälligkeit kommen.

 

 

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