Juckende Augen, laufende Nase? Was hilft bei Allergie?

Tipps bei Pollen-, Hausstaubmilben- und Tierhaarallergie.

Wenn die Allergie im Alltag zur Belastung wird.

Allergien sind auf dem Vormarsch. Laut Robert Koch-Institut ist mehr als jede vierte Person in Deutschland von einer Allergie betroffen. Die Pollenallergie, d. h. der Heuschnupfen, ist dabei die häufigste Allergieform.

Die typischen allergischen Symptome, wie juckende Augen, Fließschnupfen und ständiges Niesen, können für Allergiker*innen im Alltag belastend sein und die Lebensqualität stark einschränken. Die Behandlung der Allergie kann zum einen kurzfristig durch Medikamente zur Symptomlinderung oder langfristig durch eine spezifische Immuntherapie (Allergen-Immuntherapie, früher als „Hyposensibilisierung“ bezeichnet) erfolgen. Darüber hinaus ist es sinnvoll, den Kontakt zu den allergieauslösenden Stoffen möglichst zu vermeiden (Allergenkarenz).

  • Symptome der Allergie

    Neben den typischen Symptomen an den Schleimhäuten, wie etwa juckende und tränende Augen, Fließschnupfen, Niesen und Husten, leiden Allergiker*innen häufig auch unter Abgeschlagenheit oder Schlafstörungen, die wiederum die Leistungsfähigkeit und Konzentration am Tag beeinflussen. Insgesamt kann die Lebensqualität von Allergiker*innen stark beeinträchtigt werden. Je nach Allergieauslöser treten die Beschwerden entweder saisonal (z. B. bei der Pollenallergie) oder ganzjährig (z. B. bei der Hausstaubmilben- und Tierhaarallergie) auf.

    Die Symptome der Allergie sollten nicht unterschätzt werden. Wenn die Allergie nicht ernst genommen und rechtzeitig behandelt wird, können sich die Allergiesymptome auf Dauer verschlimmern und zu einer echten Belastung werden. Es besteht darüber hinaus das Risiko, dass sich die Beschwerden von den oberen auf die unteren Atemwege verlagern, bis hin zur Entwicklung eines allergischen Asthmas (Etagenwechsel). Deshalb sollte eine Allergie auf jeden Fall frühzeitig behandelt werden.

  • Behandlung der Allergie

    Bei der Allergiebehandlung muss grundsätzlich zwischen einer kurzfristigen Behandlung der Symptome und einer langfristigen Behandlung der Ursachen unterschieden werden.

    Kurzfristig kann eine Behandlung durch Medikamente erfolgen, durch die sich die Symptome der Allergie lindern lassen. Beispielsweise können hierzu entweder lokal spezielle Nasensprays und Augentropfen oder systemisch Antihistaminika in Form von Tabletten eingesetzt werden. Diese lindern jedoch nur die Symptome, behandeln aber nicht die Ursache der Allergie. Darüber hinaus sind sie teilweise mit Nebenwirkungen (z. B. Müdigkeit) verbunden.

    Eine langfristige Behandlung der Allergieursache ist nur mittels einer spezifischen Immuntherapie, früher auch als Hyposensibilisierung bekannt, möglich. Eine spezifische Immuntherapie ist jedoch nicht für alle Allergieformen geeignet und dauert oft mehrere Jahre.

    Der wichtigste Baustein, um die belastenden Allergiesymptome im Alltag zu reduzieren, ist, den Kontakt mit den Allergenen, d. h. den allergieauslösenden Stoffen, zu vermeiden. Das nennt man auch Allergenkarenz. Dies ist jedoch oft leichter gesagt als getan und lässt sich in der Praxis nur bedingt umsetzen. Manche Allergieauslöser lassen sich zwar meiden (z. B. spezielle Nahrungsmittel), anderen kann man jedoch kaum ausweichen (z. B. Pollen im Freien).

Tipps für Allergiker*innen.


Da die Schleimhäute die natürlichen Schutzbarrieren zur Außenwelt bilden und an vorderster Front das Eindringen von Allergenen verhindern sollen, ist es empfehlenswert, die Schleimhäute zu stärken. Gesunde Schleimhäute sind eine wesentliche Voraussetzung für meinen Barriereschutz.

Die folgenden Tipps können dabei helfen, die Schleimhäute zu stärken, den Kontakt mit Allergenen zu reduzieren und so den Alltag trotz Allergie zu erleichtern.

Die Schleimhäute über den Darm unterstützen.


Da der Darm für die Gesundheit der Schleimhäute von besonderer Bedeutung ist, ist es auch bei Allergien empfehlenswert, den Darm zu unterstützen. Die Basis hierfür sollte eine darmgesunde Ernährung mit viel Obst und Gemüse sowie ausreichend Ballaststoffen bilden. Ergänzt werden kann diese durch stoffwechselaktive Bakterienkulturen und Mikronährstoffe. Pflege ich meinen Darm, kann ich darüber auch meine Schleimhäute unterstützen. Wie genau der Darm und die Schleimhäute zusammenhängen, erfährst du hier.

Tipps bei Pollenallergie und Heuschnupfen.

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Bei der Pollenallergie bzw. dem Heuschnupfen handelt es sich um eine allergische Reaktion auf Pollen, also den Blütenstaub von Pflanzen. Zu den häufigsten Auslösern einer Pollenallergie zählen unter anderem die Frühblüher Hasel, Erle und Birke, aber auch andere Bäume, Gräser und Kräuter. Durch den Klimawandel haben sich hierzulande außerdem neue Arten ausgebreitet, die ebenfalls Allergien auslösen können, wie z. B. Ambrosia.

Vor allem in den Frühlings- und Sommermonaten ist es kaum möglich, den Kontakt mit Pollen zu vermeiden, da diese über die Luft und den Wind verbreitet werden. Die nachfolgenden Tipps können helfen, den Allergenkontakt zumindest zu reduzieren.

  • Pollenflugvorhersage beachten

    In der Pollensaison können Informationen über den aktuellen Pollenflug sehr hilfreich sein. Tagesaktuelle Informationen zum Pollenflug gibt es z. B. vom Deutschen Wetterdienst.

  • Aktivitäten im Freien nach dem Pollenflug ausrichten

    An Tagen mit besonders starkem Pollenflug sollten Allergiker*innen auf sportliche Aktivitäten oder anstrengende Tätigkeiten im Freien verzichten oder diese auf die frühen Morgenstunden (in der Stadt) bzw. die späten Abendstunden (auf dem Land) verschieben. Dann ist die Pollenbelastung erfahrungsgemäß am geringsten.

  • Regelmäßig lüften

    Regelmäßiges Lüften ist wichtig, sollte aber möglichst an das Wetter und die Tageszeit angepasst werden: In der Stadt sollte die Wohnung in der Pollensaison am besten in den frühen Morgenstunden, auf dem Land in den Abendstunden gelüftet werden. Wenn es geregnet hat, sind in der Regel weniger Pollen in der Luft, sodass kurz nach einem Regenschauer ein guter Zeitpunkt zum Lüften ist.

  • Pollenbelastung in der Wohnung reduzieren

    In der Pollensaison sollte die Wohnung möglichst regelmäßig gereinigt werden, um die Pollenbelastung zu reduzieren. Hierzu ist es beispielsweise empfehlenswert, regelmäßig feucht zu wischen, das Sofa abzusaugen und die Bettwäsche zu wechseln. Beim Staubsauger sollte darauf geachtet werden, dass dieser einen Pollenfilter enthält, damit die aufgesaugten Pollen durch die Abluft nicht wieder im Raum verteilt werden.

  • Vor dem Schlafengehen Haare waschen

    Abendliches Duschen und Haarewaschen kann zu einer ruhigeren Nacht in der Pollensaison beitragen, da hierdurch die anhaftenden Pollen abgespült werden.

  • Getragene Kleidung nicht im Schlafzimmer ablegen

    Die am Tag getragene Kleidung sollte abends nicht im Schlafzimmer, sondern in einem anderen Raum abgelegt bzw. direkt in die Wäsche gegeben werden.

  • Wäsche nicht im Freien trocknen

    Frisch gewaschene Wäsche sollte nicht im Freien getrocknet werden, da sich sonst Pollen auf Kleidung, Handtüchern und Bettwäsche etc. ablagern können. An der noch feuchten Wäsche bleiben diese besonders gut haften.

Tipps bei Hausstaubmilbenallergie.

Frau genießt Sonne auf dem Sofa

Bei der Hausstaubmilbenallergie handelt es sich um eine ganzjährige Allergie, bei der sich die allergische Reaktion gegen Hausstaubmilben (bzw. deren Ausscheidungen) richtet. Hausstaubmilben sind kleine, zu den Spinnentieren zählende Lebewesen, die an feuchtwarmen Orten wie Matratzen, Kissen und Textilien leben. Auch wenn es sich um eine ganzjährige Allergie handelt, können vor allem im Herbst und Winter die Beschwerden einer Hausstaubmilbenallergie verstärkt auftreten. Grund hierfür ist die trockene Heizungsluft, durch die der Staub und die allergieauslösenden Milbenreste aufgewirbelt und in der Luft verteilt werden.

Die folgenden Tipps können helfen, den Kontakt zu Hausstaubmilben und somit die belastenden Symptome zu reduzieren.

  • Wohnräume kühl halten und regelmäßig lüften

    Alle Wohnräume sollten regelmäßig gut gelüftet werden. Zusätzlich können Raumluftreiniger helfen, die Allergenbelastung in Innenräumen zu senken. Luftfeuchtigkeit und Temperatur sollten vor allem im Schlafzimmer möglichst gering gehalten werden (ca. 18 °C), denn Hausstaubmilben mögen es eher warm und feucht.

  • Wohnräume sauber und möglichst staubfrei halten

    Die Allergenbelastung kann gesenkt werden, wenn möglichst (mehrmals) wöchentlich glatte Oberflächen und Böden feucht gewischt sowie Teppichböden abgesaugt werden. Der Staubsauger sollte möglichst mit einem speziellen Filter (HEPA-Filter) ausgestattet sein, damit die aufgesaugten Allergene nicht mit der Abluft wieder in den Raum gepustet werden.

  • Bettwäsche regelmäßig wechseln

    Bettwäsche und Kopfkissen sollten in regelmäßigen Abständen gewechselt (z. B. wöchentlich) und bei hohen Temperaturen (mind. 60 °C) gewaschen werden. Spezielle allergendichte Bezüge (Encasings) für Matratzen, Bettdecken und Kissen halten Milbenallergene ab und sind zusätzlich eine sinnvolle Maßnahme, um die Allergenbelastung zu minimieren.

  • Stofftiere regelmäßig reinigen

    Stofftiere von Kindern sollten ebenfalls regelmäßig gereinigt werden. Hierzu sollten diese zunächst in der Kühltruhe aufbewahrt und anschließend gewaschen werden. Die niedrigen Temperaturen in der Kühltruhe töten die Milben zunächst ab. Durch das Waschen werden die restlichen Milbenallergene entfernt.

  • Staubfänger vermeiden

    Insgesamt sollte auf zu viele Staubfänger in der Wohnung verzichtet werden. Offene Regale, aber vor allem Textilien, wie Teppiche, Vorhänge und Polstermöbel, können Staubfänger sein und sollten regelmäßig gereinigt werden.  

Tipps bei Tierhaarallergie.

Mädchen mit Katze

Bei der Tierhaarallergie handelt es sich um eine ganzjährige Allergie. Die allergische Reaktion richtet sich streng genommen nicht gegen die Tierhaare selbst, sondern gegen Bestandteile aus z. B. Speichel, Schweiß oder Urin der Tiere, die an den Tierhaaren haften. Durch die Verteilung der Tierhaare in der Umgebung können Allergiesymptome allein durch die Anwesenheit eines Tieres hervorgerufen werden. Das direkte Streicheln eines Tieres verstärkt diese häufig noch.

Häufige Auslöser von Tierhaarallergien sind Katzen und Hunde, aber auch andere Tierarten, wie z. B. Meerschweinchen, Kaninchen, Pferde und Vögel können eine Allergie auslösen. Prinzipiell gilt das für jedes Tier mit Fell oder auch Federn. Was Tierhaarallergiker*innen zur Allergenvermeidung tun können, zeigen die nachfolgenden Tipps.

  • Auf Tiere im Haushalt verzichten (falls möglich)

    Im Idealfall sollte bereits vor der Anschaffung eines Haustieres abgeklärt werden, ob Familienmitglieder möglicherweise an einer Tierhaarallergie leiden. Sollte eine Tierhaarallergie festgestellt werden, nachdem bereits ein Tier im Haushalt lebt, kann dies erstmal ein Schock sein. Es muss in diesem Fall genau abgewogen werden, ob ein Zusammenleben mit dem Tier im Haushalt noch möglich ist.  

  • Engen Kontakt zum Tier vermeiden

    Enger Körperkontakt zum Tier ist möglichst zu vermeiden. Nach jedem Kontakt mit dem Tier sollte man sorgfältig die Hände waschen. Das Bürsten und Füttern des Tieres sowie die Reinigung des Schlafplatzes sollte möglichst von einer anderen Person im Haushalt übernommen werden. 

  • Wohnräume sauber halten

    Um die Allergenbelastung zu senken, ist es ähnlich wie bei der Hausstaubmilbenallergie empfehlenswert, die Wohnräume regelmäßig zu lüften und zu reinigen, d. h. (mehrmals) wöchentlich zu saugen und feucht zu wischen. Polstermöbel und Textilien, wie Teppiche, Vorhänge und Kissen, sollten regelmäßig von Tierhaaren befreit und gereinigt werden.

  • Kleidung von Tierhaaren befreien

    Ebenso sollten Tierhaare auf der Kleidung schnellstmöglich entfernt werden. Unglücklich ist vor allem, dass Tierhaare über die Kleidung von Tierbesitzer*innen auch an eigentlich tierfreie Orte transportiert werden, z. B. in die Schule, das Büro oder den Bus. Es kann für Tierhaarallergiker*innen daher auch ohne direkten Kontakt zu einem Tier zu einer allergischen Reaktion kommen.

  • Schlafzimmer tierfrei halten

    Haustiere sollten nicht im Schlafzimmer übernachten, vor allem nicht im eigenen Bett. Die am Tag getragene Kleidung, an der möglicherweise noch Tierhaare haften, sollte außerhalb des Schlafzimmers abgelegt werden. Für das Haustier sollte möglichst ein eigener Schlafplatz außerhalb des Schlafzimmers geschaffen werden. Die Schlaf- und Liegeplätze des Tieres, d. h. beispielsweise Körbchen und Decken, sollten ebenso wie andere Textilien regelmäßig gereinigt werden.

Achtung bei Kreuzallergien.


Allergiker*innen, unabhängig davon ob eine Allergie gegen Pollen, Hausstaubmilben oder Tierhaare besteht, können zusätzlich auf bestimmte Nahrungsmittel allergisch reagieren. Dies wird auch als Kreuzallergie bezeichnet und ist darauf zurückzuführen, dass bestimmte Eiweißstrukturen in Nahrungsmitteln denen in Allergenen, d. h. den allergieauslösenden Stoffen, ähneln. So reagieren beispielsweise Birkenpollenallergiker*innen oft auch beim Verzehr von Äpfeln mit einer allergischen Reaktion.

Das Ausmaß solcher Kreuzreaktionen ist sehr individuell und je nach Allergieauslöser sehr unterschiedlich. Viele Betroffene schränken ihre Ernährung und ihre Lebensmittelauswahl aufgrund solcher Kreuzallergien viel zu stark ein, ohne zu berücksichtigen, welche Lebensmittel tatsächlich allergische Reaktionen hervorrufen. Die Ernährung sollte jedoch nicht grundlos eingeschränkt werden, sondern bei Bedarf in enger Absprache mit einer geschulten Ernährungsfachkraft angepasst werden.

Gut zu wissen.

Eine Allergie sollte nicht unterschätzt, sondern frühzeitig behandelt werden. Heute ist bekannt, dass auch der Darm und die Darmflora eine wichtige Rolle bei der Entstehung und dem Verlauf von Allergien spielen. Daher ist es sinnvoll, auch die Darmgesundheit im Blick zu behalten. Erfahre mehr darüber, wie du deinen Darm und deine Schleimhäute gezielt unterstützen kannst.

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