Anwendungsbereich Verdauung

Gesunde Verdauung

Wussten Sie, dass die gesunde Verdauung, die in ihrem Verdauungstrakt stattfindet ein kleines Wunderwerk ist?

Alles, was wir täglich zu uns nehmen, verarbeitet unser Verdauungssystem zu Bausteinen und Schutzstoffen für unseren Körper.

Unser Körper lebt nicht vom morgendlichen Frühstücks-Müsli oder den leckeren Spaghetti vom Mittagessen, sondern von den darin enthaltenen Nährstoffen. Um diese nutzen zu können, müssen wir verdauen. Und das bedeutet nichts anderes, als dass wir die Nahrung zu einem Nahrungsbrei zerkleinern, die enthaltenen Nährstoffe im Dünndarm aufnehmen und über die Blut- und Lymphbahn im Körper verteilen. Am Ende geht es bei der Verdauung also um lebenswichtige Energie und Nährstoffe für jede einzelne Zelle unseres Körpers.

Merke:

Eine gesunde Verdauung ist für unsere Gesundheit und unser Wohlbefinden essentiell.

Gesunde Verdauung – Was läuft wo im Körper ab?

Die Verdauung beginnt im Mund

Die Verdauung beginnt bereits im Mund. Indem wir unsere Nahrung kauen, zerkleinern wir sie nicht nur, sondern vermischen sie auch mit Speichel. Der Speichel enthält bestimmte Verdauungs-Enzyme (Bio-Katalysatoren), so genannte α-Amylasen, die bereits beim Essen damit beginnen, Kohlenhydrate (Stärke) aufzuspalten. Für eine gute Verdauung ist es daher wichtig, sich fürs Essen Zeit zu nehmen und die Nahrung ordentlich zu kauen. Denn nur so kann sich der Speichel mit der Nahrung ausreichend vermischen und beginnen, die enthaltene Stärke abzubauen. Nicht umsonst heißt es:  „Gut gekaut ist halb verdaut.“

Nehmen Sie sich Zeit fürs Essen – für Ihre Verdauung und Ihr Wohlbefinden!

Verdauungstrakt des Menschen

Verdauungsorgane des Menschen.

Der Magen – saurer Nahrungsspeicher

Vom Mund aus wandert die Nahrung über die Speiseröhre weiter in den Magen. Im Magen wird unsere Nahrung weiter zerkleinert und durchmischt. Dabei kommt der Nahrungsbrei mit dem Magensaft in Berührung. Der Magensaft besteht unter anderem aus Salzsäure, Schleim und Verdauungs-Enzymen. Diese Verdauungs-Enzyme, sogenannte Pepsine, sind auf die Aufspaltung von Eiweißen spezialisiert. Die Salzsäure unterstützt die Aufspaltung der Eiweiße und tötet zudem Keime im Nahrungsbrei ab. Je nach dem, was wir essen, verweilt die Nahrung zwischen zwei bis vier Stunden im Magen.

Der Dünndarm – Überbringer der Verdauung

Ist der Nahrungsbrei im Magen ausreichend zerkleinert, wird er portionsweise in den ersten Dünndarmabschnitt, dem Zwölffingerdarm, abgegeben. Hier wird der Nahrungsbrei mit Verdauungs-Sekreten aus der Bauchspeicheldrüse (Pankreas) und aus der Gallenblase vermischt. Die Galle enthält verschiedene Stoffe, sogenannte Gallensäuren, die dafür sorgen, dass sich die Fette aus der Nahrung in der flüssigen Umgebung lösen (Emulgierung). Dadurch werden die Fette für die Aufspaltung zugänglich gemacht. Das Verdauungs-Sekret der Bauchspeicheldrüse neutralisiert den sauren Nahrungsbrei und enthält verschiedene Verdauungs-Enzyme, die u.a. Eiweiße, Fette und Kohlenhydrate aufspalten. Sind die Nährstoffe in ihre Einzelbausteine aufgespalten, können diese über die Dünndarm-Schleimhaut resorbiert (aufgenommen) und in die Blut- und Lymphbahn abgegeben werden. Insgesamt dauert dieser Teil der Verdauung etwa 6 Stunden. Die unverdaulichen Nahrungsbestandteile, wie z.B. Ballaststoffe, werden anschließend in den Dickdarm weiter transportiert.

Der Dickdarm – gemütlicher Wasser-Recycler

Da die Aufnahme von Nährstoffen am besten in flüssiger Umgebung ablaufen kann, wird der Nahrungsbrei während der Verdauung stark verdünnt. Daher erreichen die unverdaulichen Nahrungsbestandteile den Dickdarm in einer sehr flüssigen Form. Aufgabe des Dickdarms ist es nun, diese Flüssigkeit (Wasser) zusammen mit den darin enthaltenen Elektrolyten (Mineralstoffen) den Verdauungsrückständen zu entziehen. Dieser Prozess dauert etwa 7 Stunden. Der Stuhl gelangt am Ende in den Mastdarm, wo er in etwa weitere 7 Stunden halt macht, bevor er beim Toilettengang unseren Körper verlässt.

Der Darm – ein Spitzensportler in Sachen Verdauung

Wäre Verdauung eine olympische Disziplin, müsste man unseren Darm zurecht als Spitzensportler bezeichnen: Im Laufe eines 75-jährigen Lebens reisen etwa 30 Tonnen Speisen und 50.000 Liter Getränke, aber auch kiloweise Schadstoffe, Erreger und Bakterien durch unseren Darm. Dabei ist der Darm stets darauf bedacht, nur die nützlichen Bestandteile für uns bereitzustellen und uns vor den schädlichen Inhaltsstoffen zu schützen.

Wenn die Verdauung Probleme macht: Durchfall, Verstopfung oder Blähungen

Wie wichtig eine gute Verdauung für uns und unser Wohlbefinden ist, merken wir meist erst, wenn der Darm Beschwerden macht. Eine gestörte Verdauung äußert sich in verschiedenen Symptomen, wie z.B. Verstopfung (Obstipation), Durchfall (Diarrhö) oder Blähungen. Die Ursachen für eine schlechte Verdauung sind vielfältig. Meist sind sie harmlos und können mit einfachen Mitteln beseitigt werden (Lesen Sie hierzu unsere „13 Tipps für eine gesunde Verdauung“).

Durch Stressabbau sowie regelmäßige Mahlzeiten ohne Zeitdruck und mit ausreichend Flüssigkeit lassen sich so manche Verdauungsprobleme gut in den Griff bekommen.

Verdauungsbeschwerden können aber auch Ausdruck einer akuten Magen-Darm-Infektion, eines Reizdarmsyndroms oder einer Nahrungsmittelunverträglichkeit sein. Auch chronisch- entzündliche Darmerkrankungen wie Colitis Ulcerosa oder Morbus Crohn können hinter Verdauungsstörungen stecken. Daher ist es wichtig, sich bei schweren und langanhaltenden Verdauungsproblemen an einen erfahrenen Arzt oder Therapeuten zu wenden.

Merke: Hektik, unregelmäßige Mahlzeiten und eine unausgewogene Ernährung stressen nicht nur uns, sondern vor allem unseren Darm.

 

Erfahren Sie in den nächsten Kapiteln mehr über Verdauungsprobleme wie Durchfall, Verstopfung und Blähungen – oder lesen Sie unsere Tipps für eine gesunde Verdauung.

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