Anwendungsbereich Darmgesundheit

Darmschleimhaut -
Grenze zwischen Innen und Außen

Die Darmschleimhaut (medizinisch: intestinale Mukosa) ist eine wichtige physikalische Barriere, die das Körperinnere von der Außenwelt trennt. Sie ist neben den anderen Schleimhäuten, beispielsweise der Nase oder der Lunge, mit bis zu 400 m² die Größte im Körper. Sie besteht aus einer einreihigen Zellschicht, an der Erwünschtes von Unerwünschtem unterschieden und selektiert werden muss.

Was tut die Darmschleimhaut für unsere Gesundheit?

Als zweite Barriere unserer Schutzebenen des Darms übernimmt die intestinale Mukosa gemeinsam mit der aufliegenden Mukusschicht viele wichtige Aufgaben:

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Firewall für selektiven Stofftransport

Zu den Aufgaben der Darmschleimhaut zählt der funktionierende Stofftransport von gewünschten Substanzen, wie Nährstoffe und Wasser in den Körper hinein. Sie sorgt mit ihrer enorm großen Oberfläche von mehr als 400 m² dafür, dass wir optimal versorgt werden. Gleichzeitig verhindert die intestinale Mukosa, dass unerwünschte, für uns schädliche Stoffe ins Körperinnere gelangen.

Bei der gesunden Darmschleimhaut stehen die Zellen dicht an dicht. Sie werden durch spezielle Verbindungsproteine – die sogenannten Tight-Junctions – miteinander verhakt, um dichter zu schließen. Wie Schleusenwächter unterstützen sie die Schleimhautzellen und limitieren selektiv den Transport zwischen den Epithelzellen hindurch. Auf bestimmte Signale (z.B. durch Immunbotenstoffe oder Signale des Darmnervensystems) können diese Schleusen aber auch gezielt geöffnet und wieder geschlossen werden.

Produktion von Mukus – ein äußerst nützlicher Schleim

Der Mukus überzieht als unlösliche schleimige Schicht das Darmepithel und schützt es vor chemischen, enzymatischen und mechanischen Einwirkungen. Eine gesunde Darmschleimhaut ist deshalb komplett mit einer dicken Mukusschicht überzogen. Der Mukus ist ein wichtiger Bestandteil der Barrierefunktion des Darms. Er sorgt dafür, dass unsere Darmbakterien genügend Abstand zum Darmepithel halten, um die ansässigen Immunzellen nicht permanent zu reizen und so einen entzündlichen Prozess auszulösen. Erkrankungen, wie z.B. chronisch-entzündliche Darmerkrankungen werden häufig von einer reduzierten Mukusschicht begleitet.

Bildung von körpereigenen Antibiotika

Von bestimmten Zellen der Darmschleimhaut können körpereigene Antibiotika – die sogenannten Defensine – gebildet werden. Defensine gehören zu den Waffen des unspezifischen Immunsystems und bekämpfen krankheitserregende Keime.

Alle drei Tage neu für die maximale Funktionsfähigkeit

Unsere Darmschleimhautzellen werden innerhalb von drei Tagen vollständig erneuert, einige Zellen werden sogar schon nach 36 Stunden ausgetauscht. Um diese große Stoffwechselleistung zu bewältigen, benötigt unsere Darmschleimhaut besondere Mikronährstoffe, die die Funktionalität und die Regeneration unterstützen können. Dazu zählen insbesondere Zink, Vitamin A, Vitamin B2 und B12, Biotin und Niacin. Auch die Aminosäure L-Glutamin ist eine wichtige Energiequelle für die Dünn- und Dickdarmschleimhaut. Sie ist unentbehrlich für die Funktion und Integrität der Darmschleimhaut und schützt vor einer erhöhten Darmdurchlässigkeit.

Eine wichtige Rolle für die Darmschleimhaut haben außerdem bestimmte lösliche Ballaststoffe, die sogenannten Präbiotika. Sie werden von nützlichen Darmbakterien zu gesunden kurzkettigen Fettsäuren abgebaut, wie zum Beispiel Butyrat. Butyrat dient unserer Darmschleimhaut als Brennstoff und hat zusätzlich anti-entzündliche Wirkung.

 

Erfahren Sie hier mehr über Mikronährstoffe oder Präbiotika.

 

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