Anwendungsbereich Haut & Schleimhäute

Netzwerk Darm- und Schleimhäute

Das Netzwerk Darm- und Schleimhäute: Gut vernetzt für unsere Gesundheit

Der Darm stellt mit bis zu 400 m² die größte Schleimhautoberfläche dar und steht über das Blut- und Lymphsystem in enger immunologischer Verbindung zu allen anderen Schleimhäuten und der Haut. Dementsprechend kommt dem Netzwerk Darm- und Schleimhäute eine wichtige Schlüsselrolle zu. So können z.B. bestimmte Nahrungsmittel oder Stress die Symptome von verschiedenen Erkrankungen, z.B. Allergien oder Neurodermitis ankurbeln bzw. verstärken.

Für den Schutz und das Gleichgewicht im Schleimhautsystem sorgt ein bestimmter Antikörper – das Immunglobulin A (IgA) – das kontinuierlich und hauptsächlich an der Darmschleimhaut gebildet wird. Anders als andere Antikörperklassen, wird Immunglobulin A mit Hilfe der Plasmazellen auch an die Schleimhautoberfläche wie Mund, Nase, Bronchien transportiert, um dort die Schleimhautschicht auszukleiden und eine Schutzbarriere gegen Krankheitserreger auf allen Schleimhäuten zu bilden.

 

Netzwerk Darm- und Schleimhäute

Immunglobulin A wappnet vor allem die Schleimhäute gegen Krankheitserreger von außen

Ein intaktes Darm-Immunsystem sorgt über die Aktivierung bestimmter Lymphozyten für die Entwicklung von IgA-produzierenden, sogenannten Plasmazellen. Aufgrund bestimmter Signale verweilen diese aber nicht nur im Darm-assoziierten Immunsystem, sondern finden ihren Weg in andere Haut- und Schleimhautareale, wie die der Augen, der Atemwege (Mund, Nase, Bronchien) und des Urogenitaltrakts. Dort angelangt schütten sie Immunglobulin A aus, das in den Schleimhäuten die Kontrolle über unerwünschte Mikroorganismen übernimmt. Dies bezeichnet man auch als Schleimhautimmunität.

Schon gewusst? Über die Muttermilch versorgt die Mutter ihr Kind mit wichtigen Immunglobulin A – für ein gestärktes Immunsystem des Kindes.

 

Unsere Darmbakterien helfen ihrerseits dabei, dass der Organismus ausreichend Immunglogulin A produziert. Diese Maßnahme sorgt für ein funktionierendes Immunsystem und trägt ganz wesentlich dazu bei, dass unser Körper lernt, Schädliches von Unschädlichem zu unterscheiden.

Das Schleimhaut-Netzwerk sorgt also dafür, an allen Grenzflächen krankmachende Erreger schnell zu identifizieren und unschädlich zu machen. Gleichzeitig reagiert das Immunsystem auf harmlose Nahrungsmittel und Substanzen aus der Umwelt friedlich, in dem es entsprechende regulatorische Immunzellen aktiviert, was wir auch als orale Toleranz bezeichnen. Die orale Toleranz wird hauptsächlich im Darm angeregt und vor allem über regulierende Immunzellen an andere Schleimhautoberflächen weitergegeben.

Gerät diese immunologische Toleranz aus dem Gleichgewicht, können sich Allergien, Neurodermitis und Nahrungsmittelunverträglichkeiten entwickeln.

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