Anwendungsbereich Nahrungsmittelunverträglichkeiten

Allergie oder Unverträglichkeit? –
wenn Essen zum Problem wird

Etwa jeder dritte Bundesbürger kennt das: nach dem Genuss von Lebensmitteln kommt es immer wieder zu Beschwerden wie Durchfall, Magenkrämpfen, Blähungen, Unwohlsein und/oder Kreislaufproblemen. Dahinter steckt oft eine Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Allergie. Doch was versteht man darunter, was ist der Unterschied zwischen einer nicht-allergischen Nahrungsmittelunverträglichkeit und einer Allergie?

Nahrungsmittelunverträglichkeit oder Allergie?

Die Begriffe Allergie und Unverträglichkeit werden häufig synonym gebraucht. Missverständnisse sind also vorprogrammiert. Eine Unterscheidung zwischen diesen beiden Begrifflichkeiten ist jedoch zwingend notwendig, da die Mechanismen und somit auch die therapeutischen Möglichkeiten verschieden sind.

Beide haben das gemeinsame Dach der Nahrungsmittelunverträglichkeiten:

Nahrungsmittelunverträglichkeiten
Nicht-allergische Nahrungsmittelunverträglichkeiten Allergische Nahrungsmittelunverträglichkeiten „Nahrungsmittelallergien“
Mangel/Defekt eines bestimmten Proteins (Enzym oder Transporter) Immunologischer Mechanismus: Antigen-Antikörper-Reaktion
Dosisabhängig Dosisunabhängig
Spezifische Tests auf Nahrungsmittelunverträglichkeiten Mit Allergietest nachweisbar
Reduktion des Verzehrs der unverträglichen Substanz ausreichend Totaler Verzicht auf das Allergen notwendig

Tabelle: Unterschiede Nahrungsmittelunverträglichkeit und Nahrungsmittelallergie (vgl. Vogelreuter, A.: Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Hirzel Verlag, Stuttgart (2015))

Nahrungsmittelallergie

Unter einer Nahrungsmittelallergie versteht man eine Überreaktion des Immunsystems auf an sich ungefährliche Substanzen. Kinder reagieren dabei häufig auf Hühnerei, Milch und Weizen, während Erwachsene eher auf Äpfel, Erdnüsse und Fisch reagieren. Schon kleine Mengen des Lebensmittels können zu Beschwerden wie Rötungen, Schwellungen, Kreislaufproblemen bis hin zur Luftnot führen. Auch Magen-Darm-Beschwerden können auftreten. Lesen Sie hier mehr zum Thema Allergien.

Nicht-allergische Nahrungsmittelunverträglichkeit

Bei einer nicht-allergischen Nahrungsmittelunverträglichkeit ist das Immunsystem nicht beteiligt. Zu den bekanntesten nicht-allergischen Nahrungsmittelunverträglichkeiten gehören unter anderem die Laktoseintoleranz und die Fruktosemalabsorption. Die Ursachen für diese Nahrungsmittelunverträglichkeiten sind vielfältig. Führen bei der Fruktosemalabsorption defekte oder eine zu geringe Anzahl an Transportproteinen zu den typischen Symptomen, sorgt ein Mangel oder ein Defekt eines Enzyms bei der Laktoseintoleranz für Beschwerden.

Genauso breit gefächert sind auch die Beschwerden. Sie äußern sich gerade bei diesen beiden Formen der nicht-allergischen Nahrungsmittelunverträglichkeit häufig durch Magenkrämpfe, Blähungen oder Durchfall.

Auch die Zöliakie ist eine Nahrungsmittelunverträglichkeit. Sie gehört mit zu den allergischen Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Genauer gefasst zu den nicht IgE-mediierten allergischen Nahrungsmittelunverträglichkeiten. Mehr dazu finden Sie hier.

 

Weitere Informationen rund um das Thema Nahrungsmittelunverträglichkeiten finden Sie auf dem Allergie-Portal hier.

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