Reizdarmsyndrom - Symptome, Diagnose, Behandlung

Was kann man gegen einen Reizdarm tun?

Schmerzhafte Blähungen und Bauchkrämpfe, Übelkeit, unangenehme Darmgeräusche sowie Durchfall oder Verstopfung – das Krankheitsbild Reizdarmsyndrom (RDS) umfasst eine Vielzahl von dauerhaften, teils wechselnden Darmbeschwerden.

Das meist schwer kalkulierbare Auftreten der Symptome belastet sowohl den Körper als auch die Nerven. So zählen Stress-assoziierte Beschwerden wie Erschöpfung und Müdigkeit oftmals zu den RDS-Begleiterkrankungen.

Fakt ist: Menschen, die an einem Reizdarmsyndrom leiden, haben vielfach eine geminderte Lebensqualität und fühlen sich in Ihrem Alltag eingeschränkt.

Reizdarmsyndrom kurz zusammengefasst:

Bild zeigt Frau mit Reizdarm Beschwerden

Reizdarmsyndrom Symptome

  • in Deutschland leiden etwa 12% der Bevölkerung an einem Reizdarm. Die Dunkelziffer ist deutlich höher.
  • Frauen sind etwa doppelt so häufig betroffen wie Männer
  • das Reizdarmsyndrom ist eine funktionelle Störung des Darms  
  • äußert sich in unterschiedlichen Symptomen wie Bauschmerzen, Blähungen, Stuhlunregelmäßigkeiten 
  • die genauen Ursachen sind nur teilweise verstanden. Studien deuten verstärkt auf die Rolle der Darmflora, Ernährung und Stress hin 
  • die Diagnose ist eine Ausschlussdiagnose und dauert im Schnitt 4 Jahre 
  • symptomorientierte Therapie durch Medikamente, Einsatz von Probiotika, spezifischer Mikronährstoffbedarf,  Ernährungsumstellung sowie auch Stressmanagement (Psychotherapie)

Welche Symptome hat man bei einem Reizdarmsyndrom?

Die Erkrankung Reizdarmsyndrom (RDS) umfasst eine Vielzahl von Darm-Beschwerden. Einige Betroffene leiden nur gelegentlich unter Beschwerden, wenn sie z.B. reisen oder in Restaurants ungewohnte Speisen essen. Viele Patienten leiden aber oft über Jahre hinweg an chronischen Magen-Darm-Beschwerden. Der Verdauungstrakt quält sie mit schmerzhafte Blähungen und Bauchschmerzen.  Aber auch Übelkeit,  sowie Durchfall,Verstopfung oder sehr wechselhaftes Stuhlverhalten sind typische Symptome beim Reizdarmsyndrom.  Das Auftreten ist oftmals nicht oder nur schwer kalkulierbar. Die Symptome belastet sowohl den Körper als auch die Nerven. So zählen Stress assoziierte Beschwerden wie Erschöpfung und Müdigkeit sowie Angstgefühle und Schlafstörungen auch zu den Reizdarm Begleiterkrankungen.

Diagnose Reizdarm

In den letzten Jahren hat das Verständnis für das Reizdarmsyndrom (Englisch: Irritable Bowel Syndrom) als eigenständige Erkrankung stark zugenommen.  Es handelt sich aber immer noch um eine Ausschluss-Diagnose – durchschnittlich dauert es 4 Jahre bis zur Diagnose.

Reizdarm-Diagnostik: Organische Ursachen ausschließen

Zunächst müssen alle Krankheites des Magen-Darmtraktes ausgeschlossen werden, die über diagnostische Verfahren eindeutig zuzuordnen sind. Dazu zählen insbesondere Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie z.B. Laktoseintoleranz und Fruktose- sowie Sorbitmalabsorption, Histaminose, Nahrungsmittelallergien, chronisch-entzündliche Darm Erkrankungen, Magen-Darm-Infektionen aber auch Darmkrebs und andere Ursachen.  Meist kommt es hierbei zu einer Arzt-Odyssee.

Je nach Stuhlverhalten unterscheidet man verschiedene Reizdarm-Typen, d.h.:

  • den Durchfall-Typ
  • den Obstipations-Typ
  • den Misch-Typ 

Die Symptome können im Verlauf der Reizdarm-Erkrankung sehr variabel sein.  Es kann bei dem gleichen Patienten zum Wechsel des Reizdarm-Subtypen kommen. 

Fakt ist:

Betroffene, die an einem Reizdarmsyndrom leiden, haben eine geminderte Lebensqualität. Sie fühlen sich in ihrem Alltag eingeschränkt. Diese Patienten wünschen sich eine Behandlung mit einem Medikament, das sie von Ihren Symptomen befreit.  Die meisten Medikamente sind jedoch nur für eine sofortigen Symptomreduktion geeignet. Gewünscht sind jedoch auch möglichst nebenwirkungsfreie Alternativen, die auch zur längerfristigen/dauerhaften Einnahme geeignet sind und und nicht nur Symptome lindern, sondern auch an den Ursachen des Reizdarms ansetzen. Spezifische studienbelegte Probiotika haben sich bei der Reduktion von Reizdarm-Symptomen als besonders effektiv erwiesen, denn sie können die Darmflora positiv beeinflussen.  

Wie kommt es zu einem Reizdarmsyndrom?

Viele Faktoren haben Einfluss auf den Darm und das Wohlbefinden. Die aktuelle Forschung zeigt, dass das Wechselspiel zwischen Darm, Ernährung und Stress die Reizdarmsymptomatik beeinflusst. Mögliche Ursachen sind:

  1. Darm im Ungleichgewicht

Reizdarm-Patienten haben im Vergleich zu Gesunden eine veränderte Zusammensetzung der Darmflora (eine gestörte Darmflora). Da nützliche Bakterien wie z.B. Laktobazillen reduziert sind, können sich krankmachende Bakterienarten ansiedeln. Diese geht mit einem weniger stabilen Darm-Ökosystem einher und kann das Auftreten von Reizdarmbeschwerden begünstigen.

  1. Gereizte Nerven

Stress und Darmbeschwerden beeinflussen sich gegenseitig über die Darm-Hirn-Achse.  Reizdarmbeschwerden treten häufig in stressigen Situationen auf, wodurch sich psychische Belastungen nochmals erhöhen. Dies schlägt wiederum auf den Darm – ein Teufelskreis.

  1. Eingeschränkte Ernährung

Die Ernährung spielt für Reizdarm Patienten eine relevante Rolle. Oftmals verstärken sich die Beschwerden, sobald bestimmte Lebensmittel verzehrt werden. Viele Patienten fragen sich „Was sollte man bei Reizdarm nicht essen?“ Ein langfristiger Verzicht auf diese entsprechenden Lebensmittel kann jedoch zu einer einseitigen Ernährung führen.  Dies kann eine unzureichende Zufuhr an wichtigen (Mikro)nährstoffen mit sich bringen. Zudem wirkt sich eine einseitige Ernährung auch negativ auf die Zusammensetzung der nützlichen Darmbakterien aus. 

Reizdarm Behandlung 

Beim  Reizdarmsyndrom ist die Darmflora verändert. Das heißt, das sensible Gleichgewicht des Darm-Ökosystems ist auch gestört. Hier können in der Behandlung speziell ausgewählte probiotische Bakterien helfen. Für Reizdarm Patienten sind ausgewählte Probiotika förderlich. Sie verdrängen aufgrund ihrer Stoffwechselprodukte schädliche Bakterien und verbessern das Darm-Milieu. Diese guten Bakterien können sich vielfältig ansiedeln. Sie sorgen für ein Gleichgewicht im Darm. 

Einsatz von Probiotika in der Reizdarm Therapie: 

Ein spezifischer probiotischer Stamm aus der Gattung Laktobacillus hat sich bei der Reduktion von Reizdarm-Symptomen als besonders effektiv erwiesen.

Der Lactobacillus plantarum 299v (LP299V®) hat in mehreren klinischen Studien positive Effekte auf die Symptome von Reizdarm Betroffenen gezeigt. Durch die regelmäßige Einnahme des Probiotikums wurden bei den Studienteilnehmern die Beschwerden deutlich verringert: 

  • Bauchschmerzen reduzieren
  • Blähung reduzieren
  • Stuhlfrequenz normalisieren (weniger Durchfall)
  • Wirkung wird spürbar wahrgenommen 
Bild zeigt Frau, deren Reizdarm behandelt wurde und sie sich wieder gut fühlt

Reizdarm behandeln

Welche Rolle spielt die Ernährung beim Reizdarmsyndrom?

Grundsätzlich empfiehlt sich zunächst eine individuelle Analyse der Essgewohnheiten, um herauszufinden, welche Lebensmittel Beschwerden bereiten. Im Anschluss daran sollte eine Anpassung des Speiseplans in Zusammenarbeit mit dem behandelnden Arzt oder Ernährungstherapeuten erfolgen, um mögliche Versorgungsdefizite zu erkennen und diese auch entsprechend ausgleichen zu können. 

Studien haben gezeigt, dass RDS Patienten im Vergleich zur Normalbevölkerung weniger Vitamin D, Calcium sowie Folsäure aufnehmen. Dies liegt zum einen daran, dass durch den Verzicht auf bestimmte Lebensmittel eine dauerhaft zu geringe Zufuhr dieser Mikronährstoffe erfolgt. Zusätzlich kann es vorkommen, dass aufgrund von Durchfällen oder auch unterschwelligen Entzündungsprozessen im Darm die zugeführten Mikronährstoffe nicht ausreichend aufgenommen werden. Entsprechend muss eine höhere Menge zugeführt werden, damit die tägliche Versorgung sichergestellt ist. 

Die Kombination aus dem Probiotikum LP299V® und spezifischen Mikronährstoffen (Vitamin D, Calcium, B-Vitamine)  ist auf diesen besonderen Bedarf von Patienten mit Reizdarm-Syndrom abgestimmt. 

Was sollte man bei Reizdarm nicht essen?

Vielen Betroffenen hilft eine spezielle Diät, um ihre Reizdarm-Symptome zu verringern. Mehr Informationen zur Ernährung bei Reizdarm-Syndrom, insbesondere der FODMAP-Therapie finden Sie hier. Erfahren Sie, welche Diät bei Reizdarmsyndrom hilfreich ist und welche Lebensmittel man bei der Erkrankung eher vermeiden sollte. Bild mit Teller und Fodmaparmen Lebensmitteln

Gut zu wissen: FODMAP

Die Abkürzung FODMAP steht für: 

Fermentable

Oligosachharides (z.B. Fruktane und Galaktane)

Dissaccharides (z.B. Laktose)

Monosaccharides (z.B. Fruktose)

And

Polyols (z.B. Sorbit, Maltit, Xylit)

FODMAPS sind in vielen Nahrungsmitteln von Natur aus enthalten. Sie werden von Darmbakterien fermentiert. Die entstehenden Stoffwechselprodukte (Gase) können bei empfindlichen Personen jedoch Beschwerden verursachen. 

Welche FODMAPS Beschwerden bereiten und wie stark, ist individuell sehr unterschiedlich. 

Weitere Tipps gegen Reizdarm:

Hier finden Sie drei Materialien kostenlos zum Download:

  • Ernährungstagebuch
  •  FODMAP Einkaufsliste
  •  Ernährungspyramide bei RDS

Speziell von Darm-Experten und Ernährungswissenschaftlern  für Menschen mit Reizdarm konzipiert.

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