Anwendungsbereich Verdauung

Durchfall –
Ursachen und Hilfe

Durchfall ist etwas Unangenehmes, was wohl jeder schon einmal erlebt hat. Sei es auf Reisen, in stressigen Lebensphasen oder weil man etwas Verdorbenes gegessen hat, oder nach Medikamenteneinnahme, z.B. von Antibiotika. Meist vergehen die Durchfallbeschwerden nach kurzer Zeit von alleine. Dennoch ist es sinnvoll, den Körper in dieser Zeit zu schonen und zu unterstützen, damit er den Durchfall gut übersteht. Lesen Sie hier die medizinische Definition einer Durchfallerkrankung, wo die Ursachen liegen und was Sie dagegen tun können.

Was bedeutet Durchfall genau?

Auch wenn sich jeder etwas unter Durchfall vorstellen kann, gibt es eine genaue medizinische Definition:

Diarrhö – ein Symptom mit vielen Ursachen

Akute Durchfälle treten meist plötzlich auf und klingen häufig nach wenigen Tagen von alleine wieder ab.

Typische Ursachen für eine akute Durchfallerkrankung sind:

  • Infektionen mit Viren oder Bakterien („Magen-Darm-Grippe“), etwa auf Reisen
  • Einnahme von bestimmten Medikamenten, vor allem Antibiotika.
  • Verdorbene Lebensmittel
  • Aufregung, z.B. durch eine anstehende Prüfung.

 

Hält ein Durchfall länger als 3 Tage an oder kommen weitere Symptome wie hohes Fieber, ein ausgeprägtes Krankheitsgefühl oder Blut im Stuhl hinzu, sollten Sie die Beschwerden therapeutisch abklären lassen.

Hält ein Durchfall jedoch länger als 14 Tage an, spricht man von einer chronischen Diarrhö. Diese kann folgende Ursachen haben:

  • Nahrungsmittelunverträglichkeiten, wie z.B. eine Zöliakie, eine Laktoseintoleranz oder eine Fruktosemalabsorption
  • Reizdarm-Syndrom
  • Langanhaltender Stress, Nervosität und psychische Belastungen
  • Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
  • Hormonelle Störungen
  • Malassimilationssyndrom
  • Darm-Polypen oder Tumor-Erkrankungen

 

Bei langanhaltenden Durchfällen ist es wichtig, sich an einen erfahrenen Arzt bzw. Therapeuten zu wenden, um den Grund für die Durchfallbeschwerden herauszufinden. Auch wenn Sie an wiederkehrenden Durchfällen, so genannten chronisch-rezidivierenden Diarrhöen, leiden, sollten Sie einen Therapeuten aufsuchen.

Wie kommt es zu Durchfall?

Wie es genau zum Auftreten einer Diarrhö kommt, hängt von der Ursache ab. Folgende Mechanismen sind an der Entstehung von Durchfällen beteiligt:

1. Ursache: Gelangen Nahrungsbestandteile, besonders Kohlenhydrate (v.a. Stärke), unverdaut in den Dickdarm kommt es zum übermäßigen Einstrom von Wasser in den Darm. Dies führt dann zu einem Durchfall, der osmotische Diarrhö genannt wird. Gründe dafür, dass Nahrungsbestandteile unvollständig verdaut in den Dickdarm gelangen sind z.B. Nahrungsmittelunverträglichkeiten wie eine Fruktosemalabsorption oder eine Dysbiose in Folge einer Antibiotikatherapie. Lesen Sie hierzu auch unseren Artikel zu Antibiotika-assoziierte Diarrhö.

2. Ursache: Bei einer Infektion, wie z.B. einer typischen Magen-Darm-Grippe, gibt der Darm von sich aus vermehrt Wasser und Elektrolyte (Salze) ab. Infolgedessen kommt es ebenfalls zu einem Durchfall, der medizinisch als sekretorische Diarrhö bezeichnet wird. Durch die vermehrte Abgabe von Flüssigkeit in den Darm versucht der Körper die Krankheitserreger und Giftstoffe, die für die Magen-Darm-Grippe verantwortlich sind, zu verdünnen und schneller auszuscheiden. Der Durchfall ist also ein sinnvoller Schutzmechanismus des Körpers. Auch wenn ein Durchfall natürlich immer unangenehm ist, sollten Sie in einem solchen Fall keine Medikamente einnehmen, die den Durchfall unterdrücken (sog. Antidiarrhoika). Diese stoppen zwar den Durchfall, verhindern dabei aber, dass der Körper die Ursache des Durchfalls bekämpfen kann. Hier ist es daher umso wichtiger, die durch den Durchfall entstandenen Wasser- und Elektrolyt-Verluste auszugleichen (siehe dazu auch Tipps gegen Durchfall).

3. Ursache: Auch Aufregung und Stress können einem buchstäblich auf dem Magen bzw. den Darm schlagen. Dabei sorgt unser sogenanntes vegetatives Nervensystem, d.h. der Anteil unseres Nervensystems, den wir nicht aktiv kontrollieren können, zu einer zu schnellen Darmpassage. Dadurch kann der Stuhl nicht ausreichend eingedickt werden, und es kommt wiederrum zu einem Durchfall. Diese Art von Durchfall wird medizinisch als funktionelle oder hypermotile Diarrhö bezeichnet. Lesen Sie hier, wie Sie mit Stress richtig umgehen.

Tipps gegen Durchfall

Vorbeugung ist die beste Medizin, das gilt auch bei einer Diarrhö. Folgende Tipps können Ihnen helfen Durchfälle zu vermeiden:

  • Vermeiden Sie Handkontakt bzw. zu engen Kontakt mit Personen, die bereits an einem Durchfall leiden oder mit gemeinsam genutzten Gegenständen. Hierdurch besteht akute Ansteckungsgefahr mittels Tröpfchen- oder Schmierinfektion.
  • Während einer Durchfallerkrankung sind umfassende hygienische Maßnahmen, vor allem bei gemeinsam benutzten Toiletten
  • Auf Urlaubsreisen hat sich folgende Regel bewährt: Cook it, peel it -or leave it! Also, koche es, schäle es oder vergiss es. Essen Sie daher auf Reisen bitte keine ungewaschenen Lebensmittel (Vorsicht bei Salat!). Können Sie diese Regeln nicht einhalten, dann sollten Sie auf den Verzehr lieber verzichten.
  • Verzichten Sie im Urlaub auf Eiswürfel in Ihrem Getränk. Diese werden häufig aus nicht abgekochtem Leitungswasser hergestellt.

Hilfe bei DurchfallFalls es Sie dennoch einmal akut erwischen sollte, sollten Sie Ihren Darm und Ihren Körper entlasten und stärken, damit Sie den Durchfall gut überstehen.

Eines der größten Probleme bei Durchfällen ist der große Verlust von Flüssigkeit und Elektrolyten (Salzen). Daher sollten Sie beim Auftreten von Durchfällen auf eine ausreichende Trinkmenge, mindestens 2-3 Liter pro Tag, achten. Gut geeignet sind vor allem stille Mineralwässer, Kräutertees wie z.B. Kamillen-, Fenchel- oder Pfefferminz-Tee sowie verdünnte Saftschorlen.

Starke Flüssigkeits- und Elektrolytverluste können mit speziellen Elektrolytmischung ausgeglichen werden, die Sie in der Apotheke kaufen können.

Ansonsten empfiehlt es sich, beim Essen auf leicht verdauliche und gut verträgliche Lebensmittel zurückzugreifen, um Magen und Darm zu entlasten. Einen guten Überblick erhalten Sie in unserer Tabelle „Ernährungstipps bei Durchfall“.

 

Ernährungstipps bei Durchfällen

Lebensmittel Gut verträgliche und leicht verdauliche Lebensmittel: Ungeeignete Lebensmittel, die Sie vermeiden sollten.
Getreideprodukte Zwieback,  Haferschleim, oder Reis Vollkornprodukte
Obst & Gemüse

 

Äpfel (als Mus oder gerieben), Bananen, gekochte Möhren (z.B. als Suppe), Kartoffelbrei Rohkost, Zwiebeln, Hülsenfrüchte, Kohl
Getränke Stilles Wasser, Kräutertee, schwarzer Tee (ungesüßt) Kaffee, Alkohol, kohlensäurehaltige Getränke, zucker- oder säurehaltige Getränke
Sonstiges Verdünnte Brühe Fettige, scharfe, sehr kalte oder sehr heiße Speisen

 

Normalerweise ist eine Diarrhö für einen gesunden Erwachsenen, wenn auch sehr unangenehm, nicht gefährlich. Jedoch ist es bei folgenden Symptomen ratsam, sich umgehend untersuchen und behandeln zu lassen:

  • Starker, anhaltender Durchfall und damit verbundener hoher Flüssigkeitsverlust
  • Fieber über 38 °C
  • Starkes Krankheitsgefühl
  • Blut im Stuhl
  • Durchfälle, die länger als 3 Tage anhalten

Es gibt darüber hinaus Personengruppen, die durch eine Diarrhö besonders gefährdet sein können. Hierzu zählen Säuglinge, Kleinkinder, Schwangere, Senioren sowie abwehrgeschwächte oder unterernährte Personen. Hier ist es immer ratsam, sich frühzeitig medizinische Hilfe zu suchen.

 

Eine besondere Form von Durchfällen ist die Diarrhö, der während oder nach Antibiotika-Einnahme auftritt. Worauf Sie dabei besonders beachten müssen, können Sie hier nachlesen.

 

Top